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Lassen wir sie sich doch selbst ´befreien´

Es gibt da so ein weibliches Kleidungsstück über das sich scheinbar jedermann Gedanken machen muss. Dieser Hype um ein dunkles und Gewand kommt ja fast schon an die Hysterie und den Tabubruch heran, den der Minirock zu früheren Zeiten einmal auslösen konnte. Was haben sich prüde Geister damals den Mund fusselig geredet und gegen dieses Lendentuch gewettert. Überhaupt ist die Kleidung der Frau fast immer eine Diskussion wert. Die ersten Hosen an den Beinen einer Frau. Der von der Korsage befreite Oberkörper. Der  weggeworfene BH. Der Minirock. Der Maxirock. Die Plateausohle usw. In unserer Gesellschaft darf eine Frau heutzutage alles tragen. Die einzige Beschränkung ist der eigene Geschmack. Da gibt es nicht mehr viel zu diskutieren. Die Burka der muslimischen Frau bietet sich nun an, um westliche Werte daran abzuarbeiten.

Warum wird eine ´Burka´ ein ´muslimisches´ Kleidungsstück genannt? 4 Meter Stoff, ein bestimmter Schnitt, eine bestimmte Formgebung. Was bitte schön ist daran Religion? Derlei Mode trugen vor zweitausend Jahren auch andere soziale und religiöse Gruppen und manche eben noch heute. Die Amischen laufen ja auch nicht gerade mit Haute Couture herum. Weiße Hauben für den Kopf tragen Frauen dort so selbstverständlich, wie die Trümmerfrauen der Nachkriegszeit ihre bunten Kopftücher. Ach, und es soll tatsächlich auch Leute geben, die von Kleidung rein gar nichts halten und am liebsten ´nackert´ rumlaufen. Es ist ja noch nicht allzu lange her, dass auch hierzulande Frauen einer Kleiderordnung unterworfen waren. Überhaupt, warum dominiert in dieser Diskussion mal wieder der weibliche Aspekt? So schließt man doch aus, dass Bekleidungsregeln einen Mann nicht minder einzwängen und unterdrücken können. Wenn man für einen kleinen Jungen einkauft, dann kommt man mit eher dunkel gefärbten Bekleidungsstücken in der Tüte nach Haus, die eher formale oder monströse Aufdrucke und die aktuellen Fernsehhelden zieren. Bunt und schön ist für Mädchen.  

Die Diskussion um die Burka verläuft angemessen der Diskussionsordnung unseres Landes. Muslimische Frauenkleidung unterdrückt die Frau heißt es,  sie zwängt schon Mädchen in patriarchale Strukturen. Hier sei dringend die Befreiung der Frau erforderlich. Und schon hat man wieder ein tolles ´Frauenthema´, an dem man sich frauenrechtlich-feministisch abarbeiten kann.

Muslimische Männerkleidung bekommt mal eben einen terroristischen Anstrich und der lange Bart wird zum Stigma. Simple ist that! Es fällt den meisten Diskutanten hierzulande sehr schwer ausgewogen  vorzugehen. Ein ´allgemeines´ Thema, das Menschen betrifft, wird aus dem Stand zu einem ´Frauenthema´ stilisiert, indem man behauptet davon seien nur Frauen oder Frauen stärker betroffen. Kann man Benachteiligung, Unterdrückung und Diskriminierung ´messen´? Wiegt sie mehr, wenn sie eine Frau betrifft?

Wenn es um Damenmode geht, geben die einen Frauen mit Hingabe tiefe Einblicke in den Dirndlausschnitt oder auf den Slip, während die anderen mit Hingabe ihre Verhüllung zelebrieren. So ist das hierzulande und das nennt man dann wohl persönliche Freiheit. Und wenn eine Frau ihre devote Neigung ausleben möchte, dann sei es ihr vergönnt. Übrigens ist es strafrechtlich nicht relevant, wenn Frauen Einblick in ihre intimsten Geschlechtsmerkmale geben. Das Strafrecht greift nur beim Penis. Klingt wie ein Witz, ist aber wahr. Was bitte schön ist an einem Penis so besonderes, das eine Frau sich bei diesem Anblick erschrecken muss, den Penis abstoßend findet und sie per Gesetz vor diesem Anblick geschützt werden muss? Man könnte einen Penis auch schön finden und den Anblick reizvoll. Per Gesetz werden jedoch andere Wahrheiten vorangestellt und man glaubt kein Mann könnte sich bei dem Anblick eines weiblichen Geschlechtsteiles erschrecken, es abstoßend finden und den Wunsch haben sich davor  schützen zu können. Mach klar, welch hohen und positiv aufgeladenen Stellenwert ein Frauenkörper hat.

Übrigens kann man über jahrtausendealte Damen- oder Herrenmode, die man bis heute konserviert  keine Zuordnungen oder Urteile über deren Träger machen. Es soll hierzulande auch Liebhaber mittelalterlicher Mode geben. Ob sie mittelalterliche Ansichten haben, kann man nur mutmaßen.

Diese dunklen Stofffetzen, um die derzeit teilweise hitzig, ideologisch und mit religiöses Eifer gerungen wird, sind es eigentlich nicht wert ihnen so große Beachtung zu schenken. Wer ist einem Nonnengewand oder einem Priesterornat gegenüber schon so achtsam und interessiert? Über  ´christliche´ Kleidungsstücke darf man sich hier und heute getrost lustig machen, sie am Karneval ausführen oder mit Hilfe einer Domina zur Steigerung der sexuellen Lust einsetzen. Darf man Menschen, die mit christlichen Symbol so derbe umgehen, eine ´Christianophobie´ unterstellen? Menschen, die sich über  so manches Islamische amüsieren, wird Islamophobie, religiöse Intoleranz oder sonst was vor die Füße geworfen.

Die dunkle Vollverschleierung, die einen Frauenkörper nur noch erahnen lässt, wird durch eine über Gebühr aufgeblasene mediale Aufmerksamkeit aufgewertet und dabei auch noch zu einem angeblich frauenrechtlichen Thema gemacht. Das könnte der falsche Weg sein.

Wenn man immer wieder über die Verschleierung von Frauen redet, könnte man sich nach und nach mehr daran gewöhnen, Vollverschleierung in der Öffentlichkeit zu sehen. Man fühlt sich gedrungen über diese Bekleidung, den Menschen darunter und seine Religion nachzudenken und mit anderen darüber zu reden. Auch eine Form der Missionierung, oder? So viel Aufmerksamkeit für ein Kleidungsstück könnte einer jungen Frau den Schritt zur Verschleierung sogar erleichtern. Welches junge Mädchen würde dieser schnell errungenen Besonderheit und der öffentlichen und interkulturellen Aufmerksamkeit, die damit einhergeht, widerstehen können. Auch so wächst  Selbstbewusstsein.

Kein Mensch der mich auf der Straße sieht, wird großartig über meine Bekleidung, mich als Person oder meine Religion nachdenken. Ich hebe mich von der Masse nicht wesentlich ab. Da muss man heutzutage schon einiges aufbieten, um ´gesehen´ zu werden. Ein vollverschleierter Mensch ist nicht zu übersehen.

Ist ja auch irgendwie praktisch. Endlich keine Sorgen mehr wegen der etwas eng gewordenen Hose und der Fettschwarte, die über dem Gürtel wabert. Man braucht sich nicht mehr schminken, wenn man das Haus verlässt. Nun gut. Die Augen vielleicht. Die Frisur? Egal! Flecke auf der Bluse? Kein Problem. Man kann essen was man will. Dieses Kleidungsstück passt immer.

Vielleicht werden wir es bald leid sein und uns nicht mehr kontrovers mit der Vollverschleierung auseinander setzen wollen. So ergeht es vielen Themen. Die öffentliche Aufmerksamkeit ermüdet leicht. Es ist auf Dauer auch anstrengend ständig zu wiederholen, dass eine solche Uniform ein Ausdruck der Unterdrückung sein könnte. Mancher behauptet ja sogar, die Burka sei islamistische Kampfkleidung. Was auch immer. Ich mag sie nicht.

Sogenannte ´Haremshosen´, die einen tiefen Schritt und Gummibündchen haben, sind ja auch schon ´en vogue´. Modeschauen, die sich an religiöse muslimische Frauen wenden und deren Bekleidungsregeln berücksichtigen, gibt es längst. Bekleidungsregeln. Da haben wir es. Regeln! War doch so schön, Regeln zu brechen und den Muff unter den Talaren zu vertreiben. Da kommen sie durch die globale und zur Toleranz verdammte Hintertür wieder herein.

Ich kenne Männer, die es durchaus geheimnisvoll finden, in die Augen einer Frau zu schauen, die ihn durch einen kleinen Sehschlitz anschauen und deren Körper weiträumig mit Stoff umhüllt ist. Da funktioniert das männliche Kopf – Kino ohne Probleme. Alles ist jetzt vorstellbar. Sie könnte sehr hübsch sein. Sie könnte seinem Beuteschema entsprechen. Was trägt sie wohl darunter? Es könnte reizvoll sein, dieses ´Überraschungsei´ auszupacken. Allerdings kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass sie unansehnlich ist. Vielleicht verbirgt sich unter dem Gewand sogar ein Mann? Soll es ja geben, dass Männer Frauenkleider tragen. So was ist auch in Ländern in denen Menschen des islamischen Glaubens leben denkbar.

Überhaupt. Glaube? Immer wieder höre ich Islam sei kein Glaube, sondern eine politische Strategie, die mit Mittelalterlichen Mitteln ihre Ideen durchsetzen will. Um sich eine eigene Meinung über den Islam, die Inhalte des Korans usw. bilden zu können, müsste man sich intensiver mit dem Islam auseinander setzen. Das wiederum birgt das Risiko, am Ende daran zu glauben und zu konvertieren, zumal es mit dem christlichen Glaube in unserer ´Gesellschaft mit christlicher Leidkultur´ oft nicht weit her ist. Wer kann heute noch das Vater Unser, die Zehn Gebote oder sein Glaubensbekenntnis spontan aufsagen? Einmal Muslim – immer Muslim, so erzählte mir eine Konvertierte-Konvertierte. Es dürfe nicht bekannt werden, dass sie sich rückbesonnen, sich vom moslemischen Glauben abgewandt und sich ihrem christlichen Glauben wieder zugewandt hätte.

Ich stelle mir dieses wallende Gewand ´Burka´ in den Händen eines Modedesigners vor, nach dem Motto „Pimp my Burka“. Dann käme das wallende Mäntelchen vielleicht in himmelblau daher. Der Saum hätte Rüschen und Borten. Der Stoff wäre verziert mit Stickmustern, ein kleiner Kragen hier, etwas Plissee dort.  Ein paar Nähte hier und etwas Schere dort. Man könnte aus der tristen Verhüllung um Gottes willen ein echtes Prachtstück gestalten, das einer Frau Zierde wäre und den Geschmack der Zeit träfe. In Leder oder Lack, in Samt oder Seide.

Auf jeden Fall  mit Aufdruck. Vielleicht jenen, den ich neulich auf dem T Shirt eines Kindes sah, dass mir mit seiner großen Familie auf dem Bürgersteig entgegen kam:

“I am not a terrorist. I am a muslim“.

 

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-08/heiko-maas-kuckuckskinder-mutter-sexualpartner-auskunftspflicht

Liebe Frauen,

Ihr könntet euch darüber freuen, dass heutzutage mit einfachsten Mitteln eine Vaterschaft bereits in der sehr  frühen Schwangerschaft nachweisbar ist. Das väterliche Erbgut breitet sich nach der Empfängnis sehr schnell im schwangeren Leib der Frau aus und ist in allen Köperteilen, Zellen und Organen nachweisbar.Das macht sich die Methode ´Blutstropfen´ zu Nutze. Man spürt diese Gene auf und gleicht sie mit dem väterlichen Erbgut ab. So einfach und scheinbar doch unerwünscht.

Endlich könnte ein Mann von Anfang an, ich meine, wirklich von Anfang an, in alle Belange das Kind betreffend gleichberechtigt einbezogen werden. Er könnte fast zeitgleich zur Mutter erfahren, dass er Vater wird und müßte nicht warten, bis die Mutter des Kindes ihm diese frohe  irgendwann einmal mitteilt.

Mir gehen die derzeitigen politischen Diskussionen nicht weit genug. Man schöpft die vorhandenen Möglichkeiten und Notwendigkeiten für Vater, Mutter und Kind nicht wirklich aus.  Man verkennt die Prioritäten, weil man in keinster Weise die Rechte des neuen Menschenkindes und des werdenden Vater ernsthaft abwägt, sondern fast immer dort stehen bleibt, wo die Interessen der werdenden Mutter berücksichtigt sind.

Bei Schwangerschaft geht es nicht ausschließlich um eine Frau und einen Frauenkörper, wie uns weis gemacht werden soll. ´Mein Bauch gehört mir´gilt nur solange, wie Sex und Geschlechtsverkehr kein Kind zur Folge haben – also ausschließlich im unschwangeren Zustand!!!

Mit Eintritt einer Schwangerschaft geht es um ein neues Menschenleben. Und das hat die Wahrheit verdient.  Es geht auch um das Recht eines Kindes  auf Leben und auf Kenntnis und Umgang mit dem biologischen Vater. Dieses Recht darf dem Kind nicht mal eben so von der Mutter genommen werden.

Es ist mehr als unmoralisch dem Kind einen anderen als den biologischen Vater als ´leiblichen Vater´ unterzuschieben. Es ist ein Rechtsbruch, sich an dem Geld eines Mannes zu bereichern, den man fälschlicherweise als Vater angegeben hat. Ausgehend von einer Lüge will man ein Kind erziehen?

Wieviel Unrecht muss eine Frau getan haben, bevor sie sich wirklich rechtfertigen muss und einer gerechten Strafe zugeführt wird?

Väter, die keinen Unterhalt zahlen (wollen/können), will man den Führerschein entziehen. Man macht noch nicht einmal den Versuch zu verstehen, was einen Vater möglicherweise bewegen könnte sich so zu verhalten.  Die Ursachen und Umstände männlicher Zahlungsmüdigkeit zu ergründen, sollte der Bundesregierung eine Studie wert sein, bevor man vorschnell zu gesetzlichen Maßnahmen übergeht.

Und was sollte Frauen widerfahren, die ihr Kind, den Vater und den Staat bezüglich der Vaterschaft anlügen? Dazu müsste es ebenso politische Entscheidungen geben. Doch an dieser Stelle tut sich der Staat schwer…

 

Er ist Ingenieur, noch keine Dreißig. Er hat eine Freundin, fährt ein schickes Auto, geht regelmäßig ins Fitnessstudio und er versteht sich gut mit den Nachbarn in der Neubausiedlung. Er könnte optimistisch in die Zukunft schauen, wenn da nicht dieser kleine ´Makel´ wäre. Ehrlicherweise ist es für ihn kein Makel, sondern ein Zugewinn.

Im Kleiderschrank hat er ein paar Dinge versteckt und in seinem Computer liegen Dateien, von denen nur er etwas weiß. So dachte er jedenfalls.

Vor wenigen Wochen hat seine Freundin in der gemeinsamen Wohnung Frauenkleidung gefunden. Ein lederner Minirock in Größe 44, Nylonstrümpfe, Unterwäsche aus Spitze, Mieder und High Heels in atemberaubender Schuhgröße 44. Sie konnte diese Klamotten nicht zuordnen. Für sie, mit zierlicher Schuhgröße 38 und ebensolcher Kleidergröße, konnte es sicher nicht sein. Ein Faschingoutfit ihres Freundes? Sie grübelte.

Sie begann zu kramen und zu suchen.  So fand sie schnell ein paar Fotos in einer kleinen Box, die in seinem Sockenfach lag. Sie war schockiert. Auf den Bildern war unschwer zu erkennen, dass es ihr Mark war und er trug Frauenkleidung!

Das Gesicht auf dem Foto lächelte sie seelig, aber auch ein bisschen unsicher an. Sie musste sich erst einmal setzen und spürte Enttäuschung und Ärger in sich aufkeimen.

Mark sitzt mir am Stammtisch gegenüber und erzählt, dass seine Freundin entsetzt war, als sie entdeckte, dass er gern Frauenkleider trägt. Sie hätte ihm eine schlimme Szene gemacht, ihn angeschrieen, geweint und gedroht ihn zu verlassen. Die Kinder nähme sie selbstverständlich mit. Er müsse diese Sachen vernichten und dürfe dieser ´problematischen Neigung´ niemals mehr nachgehen.

Komisch, denke ich. Uns Frauen wurde das Tragen von Männernkleidung als ein Akt der Emanzipation verkauft. So sollte es doch andersherum auch sein. Männer in Frauenkleidung und solche, die die Attribute weiblicher Macht zelebrieren, könnten doch als einen Sieg und als Fortschritt männlicher Emanzipation gefeiert werden.

Mark hat eine Damenperücke auf seinem Kopf. Blonder Bubikopf, halblang. Er ist sorgfältig geschminkt und hat sich für diesen Abend ein sehr weibliches, figurbetontes Outfit ausgesucht, dass ihm echt gut steht. Ich bewundere ihn dafür und ermutige ihn, sich diese Freiheit nicht nehmen zu lassen. Er nennt sich Kristin, mit ´K´, wie er lächelnd ausführt.

Neben ihm komme ich mir, ungeschminkt und in Jeans, fast banal vor. Er redet in dieser Runde so freimütig wie wohl sonst nirgendwo. Er liebt diese raschelnden Stoffe, die so sanft den Körper umschwingen, sagt er. Die Freiheit an den Beinen und die Eleganz, die ein Nylonstrumpf ihnen verleihen kann findet er faszinierend und kann gar nicht verstehen, dass so viele Frauen ihre schönen Beine in grobem Jeans verstecken. Es tut ihm gut, eine weibliche Seite ausleben zu können und sie nicht mehr unterdrücken zu müssen. Wenn er sich umkleidet und auf seiner Terrasse herumspaziert, dann ist das mehr als eine ´Verkleidung´. Er fühlt sich in diesen Momenten so sagenhaft frei und unbelastet. Er spürt dann auch etwas von dieser weiblichen Macht, die ihn als Mann schon so oft auf Zwergengröße schrumpfen ließ.

Einige Male hat er sein neues Ich in geschützter Öffentlichkeit präsentiert. Er hat gespürt, dass er sich verändert, wenn er in die Rolle einer Frau schlüpft. Da ist dann keine Schwäche und Unsicherheit, sondern weibliche Kraft, die ein männliches Gegenüber völlig vereinnahmen kann. Das alles stärkt sein Selbstbewusstsein und eröffnet ihn Erfahrungen, die ihn begeistern. Wäre da nicht das oft vernichtende Urteil Dritter, würde er mit den Insignien weiblicher Macht wohl noch viel öfter spielen.

Frauen haben sich der Utensilien der Männer freimütig bedient und sie tun es immer noch. Also sollten Männer sich an den Schmelztiegeln weiblicher Rollenklischees  ebenso satt essen dürfen und ihre persönlichenVorteile daraus ziehen, wenn sie dazu Lust haben!

 

Programmvorschau 3sat nächste Woche:

Von Männern und Vätern

Scheidung – einsame Väter

https://www.3sat.de/programm/?viewlong&d=20160518#2015

und eine kleine Nachlese zum Vatertag

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Vor ein paar Wochen sitze ich vor der Glotze und werde Zeuge der folgenden Szene:

Sitzen ein Moderator und ein männlicher Gast im Vorabendprogramm in einem Fernsehstudio und plaudern. Weil an jenem Tag der Internationaler Frauentag ist, ziemt es sich für den wohlmeinenden Mitarbeiter des öffentlich – rechtlichen Fernsehens,  ein paar Worte in Sachen Emanzipation und Gleichberechtigung der Frau zu verlieren.

Der Moderator bringt also geschickt das Gespräch in diese Richtung. Der Gast reagiert sofort. Er zeigt sein Fachwissen und erklärt, dass noch 1992 Nachtarbeit für Frauen verboten gewesen sei. Der Moderator setzt nach und erläutert, es hätte damals bei dem Sender für den er tätig ist, interne Schutzvorschriften für Frauen gegeben. Sie sollten z.B. nicht so schwer heben dürfen.

Aha, denke ich. Das ist Gleichberechtigung? Ich darf mir jetzt auch noch die Nächte mit Arbeit um die Ohren schlagen und Zentnersäcke schleppen. Klasse! Wenn das die Emanzipation ist, für die die Frauenbewegung kämpfte, dann pfeif ich drauf.

Hier wird doch nur ein Ziel erreicht: Die weibliche Arbeitskraft noch besser ausbeuten. Oder sehe ich das falsch?

Die Belastung unter der berufstätige und alleinerziehende Mütter stöhnend zusammenbrechen scheint mir ein Kollateralschaden der Frauenbewegung zu sein, die meinte Selbstverwirklichung und die sogenannte „Gleichberechtigung“ von Frauen erreichen zu können, wenn Frauen dasselbe Tun, wie Männer. Wenn Sie jemals in einem Fitnesstudio waren, dann wissen Sie, wie schwer es für Frauen ist Muskeln aufzubauen und wie flott die Dinger wieder verschwinden. Wer Kinder hat, schläft oft jahrelang nicht wirklich durch und dann auch noch Nachtschicht im Job. Nachtschicht hat bekanntermaßen gesundheitsabträgliche Nebenwirkungen.

Ist die Erlaubnis von Nachtarbeit und das Heben und Tragen schwerer Gegenstände im Job für ein Frauenleben ein Vorteil? Oder eher ein Nachteil?

Ist daran „Gleichberechtigung“ zu messen?

 

Es geschieht in einer Kleinstadt mitten in Deutschland. Der Name dieser Stadt muss nicht genannt werden, denn es könnte jede Kleinstadt sein. Man nähert sich an einem bestimmten Tag dem Innenstadtbereich und trifft auf eine eklatante Zahl von Polizeibeamten und diverse Mannschaftswagen. Schon von fern hört man Stimmen aus Lautsprechern. Das Gebiet ist mehrere hundert Meter um das eigentliche Geschehen herum, von Polizeibeamten abgesperrt. Zugänge in die City werden von weiteren Polizeieinsatzkräften bewacht. In diesem Bereich macht es zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich Spaß einzukaufen oder sich an einen der Tische des Eiscafés zu setzen. Die Händler werden wohl Umsätze einbüßen, weil es an diesem Vormittag politisch hoch her geht. Die Stadtverwaltung hat das alles genehmigt. Die Polizei beschützt. Passanten machen Umwege. In den Straßen stöhnen einige Menschen. „Schon wieder“.

Man fragt einen Polizeibeamten, was hier los sei, man sei Tourist und wolle eigentlich ein bisschen shoppen und die Altstadt bewundern. Der Beamte erklärt lapidar. „Die Rechten und die Linken“. Ach denkt man. Dieses Theater. Wenn die Rechten was veranstalten sind die Linken nicht fern. Wenn die Linken was veranstalten, zieht es die Rechten ebenso magisch an. Da drängen zwei Pole wie magnetisch aufeinander zu. Aus der Näher bzw. der direkten Konfrontation ziehen diese politischen Ideologien wohl auch eine gewisse politische Kraft und Bestätigung für die eigene Existenz. Beide suchen gern die große Bühne und schwingen große Reden um zu polarisieren.

Zahlreiche Beamte, aus Steuergeldern finanziert, skandieren die jeweiligen Lager, damit eine direkte Konfrontation der Linken mit der Rechten oder der Rechten mit der Linken, möglichst nicht geschehen kann. Gleichzeitig sind die Einsatzkräfte der politischen Beschallung ausgesetzt und man muss sich nicht wundern, wenn das auch im Kopf von Polizeibeamten hin und wieder, so oder so, Früchte tragen könnte. Die Propagandisten müssen von der Polizei ebenso beschützt werden, wie Demonstranten, Passanten und Ansässige. Jeder vor jedem sozusagen. Wenn es hart auf hart kommt, dann wird es handgreiflich, es gibt Verletzungen und Sachschäden. Alles schon passiert. Das soll die Polizei vermeiden. Schadenfroh schaut man im Nachgang aus der linken und der rechten Ecke, wenn es den Staatsdienern mal wieder nicht gelungen ist, für Ruhe und einen ordnungsgemäßen Ablauf zu sorgen.

Auf der rechten Seite dieser politischen Bühne, großräumig von gut 20 bis 30 Beamten abgeschirmt steht ein Kleintransporter und ein einzelner Mann propagiert über Lautsprecher seine politischen Ideen. Es sind nur noch zwei weitere Helfer auszumachen, die die Technik bedienen. Einschlägige Großplakate sind zu sehen. Eine Gruppe von Sympathisanten ist nicht wirklich auszumachen, weil der Bereich soweit abgesperrt ist, dass es Mitdemonstranten kaum möglich ist sich zu sammeln. Als Passant hat man keine Chance den Parolen zu lauschen oder gar mit Demonstranten politisch zu diskutieren. Täte man es, machte man sich verdächtig. Womöglich würde tags drauf ein Foto in der lokalen Presse erscheinen, auf dem zu sehen ist, wie man neben „einem Rechten“ steht und ihm scheinbar andächtig lauscht oder mit ihm lacht. Schon ist man „in der rechten Ecke“. Dabei wollte man doch nur demokratische Überzeugungsarbeit leisten, diskutieren und die politisch verirrte Seele mit in die Mitte nehmen. Ein Seitenwechsel ist ja nicht unmöglich.

Auf der anderen Seite der Bühne hat ein sogenanntes „Bündnis gegen Rechts“ jene zusammengetrommelt, die Flagge gegen „die Nazis“ zeigen w/sollen. Tun sie dann auch und das mit großer Inbrunst. „Wir sind bunt, wir sind tolerant“ heißt es u.a. in diesem Lager und man sieht Vertreter der gewählten Parteien und Ratsfraktionen, Gewerkschafter, Kirchenleute und diverse andere örtliche Netzwerker. Aber auch Einzelpersonen, die im öffentlichen Leben stehen und an diesem Tag „Gesicht zeigen“ wollen. Wenn man aus dieser Perspektive heraus am nächsten Tag sein Foto in der Zeitung sieht, ist man stolz.  Dabei hat man nichts anderes gemacht, als jene auf der anderen Seite der Bühne. Man hat einer Ideologie gedient und sich im Sinne linker und indirekt auch rechter Politik instrumentalisieren lassen. Ersparte man sich die zeitgleichen  Gegendemonstrationen und eine Teilnahme, dann müssten die Sicherheitsmaßnahmen der Polizei wohl nicht so gravierend ausfallen. Die Beamten könnten sich wichtigeren Dingen widmen. Der Terrorabwehr zum Beispiel. An solchen Ereignissen nicht auf diese  fast schon rituelle Weise zu reagieren, könnte womöglich zur Deeskalation und Nivellierung der extremen Positionen beitragen.

Ist es nicht so, dass alles, was nicht Links ist Rechts sein muss? So kann von politisch Linken jeder, der sich nicht eindeutig ihnen zugehörig definiert „in die Rechte Ecke“ gestellt werden. Das machen diese Leute ja auch fleißig. Zum Beispiel kann man als rechts abgestempelt werden, wenn man ein politisches Gedicht gegen Beschneidung schreibt. Wenn man aufgrund seines Fachgebietes wissenschaftlich argumentiert, dass häusliche Gewalt auch von Frauen ausgeht und Männer ebenfalls Schutzhäuser gebrauchen könnten. Wenn man als Wissenschaftler der Evolutionsbiologie Mann und Frau als das beschreibt, was sie sind. Ein Männchen und ein Weibchen. Wenn man sich als freie Journalistin für Vater, Mutter und Kind, also für Familien einsetzt. Wenn man als Kriminologe Frauen als Täterin gegen Kinder und Männer identifiziert oder  sich als Gleichstellungsbeauftragte für Männer genauso einsetzt, wie für Frauen. Man kann sogar die FDP als der AfD wesensnah bezeichnen und den Fraktionsvorsitzenden damit so verärgern, dass er seine Teilnahme an der o.g. Veranstaltung absagt. Fast schon witzig, dieses Politpalaver.

Linke können jeden in die rechte Ecke stellen, weil jeder aus ihrer Perspektive dort sowieso rechts steht. Es ist fatal, wenn die öffentliche Meinung und die entsprechende Fachwelt die  von linken verursachte politische Verunglimpfung von Mitbürgern einfach so hinnimmt und diese bis Dato angesehenen Mitmenschen daraufhin aus dem öffentlichen Leben sogar verbannt werden können. Im Gegenteil, sollte jeder linke Versuch einen Dritten als „politisch rechts“ zu diskreditieren, aufhorchen lassen. Womöglich liegt dieser Mensch mit seinem Anliegen richtig, auch wenn er damit linkspolitischen Vorstellungen widersprecht.

Es könnte ein fataler Fehler sein, wenn mündige Bürger sich auf bundesweit fast schon regelmäßig stattfindenden o.g. Veranstaltungen von linken und rechten politischen Ideen instrumentalisieren lassen und mit auf die politische Bühne klettern. Wer sich also einer Demonstration „gegen Rechts“ anschließt könnte sich damit automatisch politisch „links“ positionieren, obwohl er das eindeutig nicht ist oder sein will. Ein Teilnehmer unterstützt womöglich die politisch linken Ideale oder sogar die anwesenden Linksradikalen und die links Autonomen, weil die sich durch ein Großaufgebot bestätigt fühlen. Diese Rasselbanden treten an solchen Tagen gern auf und möchten am liebsten handfest tätig werden. Wer sich auf dieser Seite der Bühne aufhält feuert indirekt die Aktivisten am rechten Rand an, weil er ja nur da ist, weil die da sind.

Es könnte sein, dass die politischen linken und politisch rechten, bzw. linksradikalen und rechtsradikalen eigentlich wie Geschwister sind. Man sollte ihre Albereien im Auge behalten, sie in ihrer Ecke spielen lassen und sich der wichtigen Arbeit in der demokratische Mitte widmen.

Wer sich mit dem Thema Beschneidung noch etwas intensiver beschäftigen möchte lese:
„Ent-hüllt!“  von Clemens Bergner
Ein Interview mit dem Autor:
Und eine Rezension zum Buch auf den Wissensseiten der Frankfurter Rundschau:
Wer Lust hat zu diskutieren, der möge sich an einem der angekündigten Abende sehen lassen und am 5.5. in München, am 6.5. in Düsseldorf, am 7.5. in Köln oder am 8.5. in Berlin erscheinen. (s.Flyer)